Aleatorische Demokratie

Um was es geht – und was neu ist

Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen aleatorische Demokratie vor – in verschiedenen Konzepten und Einsatzgebieten. Im Deutschen wird derzeit meist von „Zufallsbürgern“ oder „Bürgerbeteiligung mit Zufallsauswahl“ gesprochen, das inzwischen etablierte Format dazu heißt „Bürgerrat“. Doch das Konzept der „sortition“ geht viel weiter. Weiterlesen

Zufall: „Und wenn wir dann nur Nazis auslosen würden?“

Ein Einwand, der in jeder Diskussion zur aleatorischen Demokratie irgendwann kommt, ist der, dass durch den unkontrollierbaren Zufall ja auch mal nur Extrempositionen in der Gruppe vertreten sein könnten. Das heißt dann gerne: „Und wie verhindern wir, dass da durch Zufall nur Nazis sitzen?“ (Oder auch: „nur Menschen aus einem Kiez“ etc.)

Wie immer in der Statistik kommt es dabei auf die beiden Größen Grundgesamtheit und Stichprobengröße (hier also die Ausgelosten) an. Weiterlesen

Medienspiegel

+ Quod erat expectandum: Wer einmal in einem Bürgerrat sitzt (Eurodistrict SaarMoselle), möchte da gerne bleiben – und nicht nur neue Bürger ersetzt werden. (Saarbrücker Zeitung, 08.05.2026)

+ Rückschritt bei der Demokratie in Baden-Württemberg? Mehr Demokratie schaut auf die Koalitionsvereinbarung von Grünen und CDU (06.05.2026):

Mit der Förderung von Bürgerräten geht die Einschränkung der direkten Demokratie einher. Gibt es zu verfahrenseinleitenden Beschlüssen von Bebauungs- und Flächennutzungsplänen eine dialogische Bürgerbeteiligung, sollen Bürgerbegehren und Bürgerentscheide dazu nicht mehr möglich sein. 2021 wollten Grüne und CDU Bürgerräte und Bürgerentscheide noch miteinander verbinden.<

Siehe dazu auch Bericht Staatsanzeiger (06.05.2026)

+ Im ‚Spiegel‘ ist ein ausführliches Portrait zu Ralf-Uwe Beck erschienen, Vorstandssprecher von ‚Mehr Demokratie‘. (21.04.2026)

+ In einer Kurzfolge von ?Macht:Los! stellt Ardalan Ibrahim seine Idee vor, Bürgerräte die Arbeit gewählter Politiker überprüfen zu lassen. (11.04.2026)

+ Zu viel Nachfrage bei Baugrundstücken: Dann wird eben gelost, wer die knappe Ressource bekommt. (11.04.2026) So läuft es übrigens auch regelmäßig bei der Vergabe von Plätzen an Schulen (z.B. Lüneburg, Berlin)

+ Zur Methode „Bürgerrat“: Mehrteiler bei Telepolis
Teil 1: Was sind Bürgerräte? Warum wird so viel über sie gesprochen?
Teil 2: Wie funktionieren Bürgerräte?
Teil 3: Qualitätskriterien für Bürgerräte

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?Macht:Los! Kurzfolge

In Episode 31 gibt es einen Kurzvortrag von Ardalan Ibrahim zur Idee, ausgeloste Bürgerversammlungen alle paar Monate entscheiden zu lassen, ob gewählte Politiker ihren Job im Sinne der Bürger erledigen – oder ob neu gewählt werden sollte.

?Macht:Los! gibt’s auf allen üblichen Plattformen oder auf der eigenen Website.

In dem Zusammenhang sei auf eine andere Idee verwiesen, die zum Thema Wahlperioden immer mal wieder diskutiert wird: nämlich diesen Wahltermin auszulosen. Betrifft aber klassische Parlamente, nicht einzelne Repräsentanten wie Bürgermeister, Landräte – oder wenn sie denn mal vom Volk gewählt würden: Minister. Von daher: Kein Konkurrenzvorschlag zu Ibrahims Idee.

Qualitätsnetzwerk Bürgergutachten

Das Qualitätsnetzwerk Bürgergutachten ist ein Zusammenschluss von „Planungszellen-Protagonisten“ (so einige Jahre der Arbeitstitel), entstanden nach dem Tod von PZ-Erfinder Peter Dienel aus dem Kreis derer, die mit ihm zusammengearbeitet und von ihm gelernt haben und die Methode weiter einsetzen. Weiterlesen

Bürgerrat, Bürgerparlament und andere Begriffe aleatorischer Demokratie

Auf Auslosung beruhende Bürgerbeteiligung erfreut sich gerade stark wachsender Beliebtheit. Die verschiedenen Formen sollen hier (bzw. in den verlinkten ausführlicheren Beiträgen) erläutert werden. Diskussionen sind sehr willkommen. Die Stichworte:

1. Aleatorische Demokratie / Sortition
2. Bürgerrat (drei Methoden: nach Peter Dienel, Modell Irland, Modell Vorarlberg)  Vorarlberger Modell)
3. Bürgerparlament (citizen legislature)
4. Bürgerversammlung Weiterlesen